SPD - in Hasbergen zu Hause

Chronik der SPD Hasbergen

Die neue Einheitsgemeinde Hasbergen

Am 1.1.1971 betrug die Einwohnerzahl der neuen Gemeinde 7.941. Das Gemeindegebiet umfasste eine Fläche von 2.203 ha.

Aus Rücksicht auf sein hohes Alter legte Wilhelm Bardelmeier (SPD) im Frühjahr 1970 sein Amt als Bürgermeister nieder. Als sein Nachfolger wurde Günter Fischer (SPD) zum neuen Bürgermeister von Hasbergen vom Gemeinderat gewählt. Nach der Gemeindeneubildung musste 1971 auch ein neuer Rat gewählt werden. Die SPD erzielte 50,8 % der Stimmen und der Rat wählte Günter Fischer erneut zum Bürgermeister. Während der Legislaturperiode des Gemeinderates von 1971-1976 konnten verschiedene Maßnahmen für die Einheitsgemeinde in Angriff genommen werden. Dabei wirkte sich die verhältnismäßig günstige Wirtschaftssituation in der Bundesrepublik auch auf Hasbergen positiv aus. In allen Ortsteilen wurden weitere Baugebiete ausgewiesen, erschlossen und schnell bebaut. Erhebliche Mittel stellte der Rat für Jugendarbeit, Kultur und Sport zur Verfügung. Die vorhandenen Kindergärten erhielten regelmäßig Kostenzuschüsse für den laufenden Betrieb. Nach einem spektakulären Architektenwettbewerb wurde die erste Hasberger Turnhalle gebaut und im Dezember 1971 ihrer Bestimmung übergeben.

Die rege Bautätigkeit, trotz rückläufiger Geburtenzahlen, ließ die Bevölkerungszahlen in Hasbergen weiter ansteigen. Der damit verbundene größere Verwaltungsbetrieb zwang den Gemeinderat zur Rathausvergrößerung. Geplant war zuerst, zusammen mit den notwendig gewordenen neuen Räumen für die Feuerwehr, einen Neubau neben dem jetzigen Tomblaine-Platz zu errichten. Das Haus war 3-geschossig vorgesehen und sollte so bemessen sein, dass es auch bei einem zu erwartenden Wachsen der Gemeinde die notwendig werdenden Räume aufwies bzw. Möglichkeiten für einen späteren Anbau vorsah, ohne das Gesamtbild zu stören. Aus Besorgnis, den Haushalt der Gemeinde zu stark zu belasten, fiel dann dieses Objekt dem Rotstift zum Opfer. In einem Bericht der NOZ vom 10. 12. 1971 ist die Äußerung von Bürgermeister Fischer zu lesen: „man würde sich ob dieser Entscheidung möglicherweise in 10 Jahren an den Kopf fassen“. Aus heutiger Sicht muss man wohl sagen, es wäre richtiger gewesen, zusammen mit der Feuerwehr ein Gebäude zu errichten. So aber wurde nur für unsere Feuerwehr ein neues Haus errichtet. Die Gemeindeverwaltung wurde um einen Anbau an alter Stelle erweitert. 

Neue gesetzliche Bestimmungen machten am 22.10.72 eine weitere Gemeindewahl erforderlich. Die SPD erzielte das überzeugende Ergebnis von 62,9 %. Nach langjährigen, hartnäckigen Bemühungen konnte auch die Schulstraßen - Brücke über die Eisenbahn gebaut und im August 1974 für den Verkehr freigegeben werden.

Aus den Wahlen zum neuen Gemeinderat am 3.1 0.76 ging die SPD klar als Sieger hervor und erhielt 14 von insgesamt 23 Mandaten. Der lang umstrittene Rad-und Fußweg von und nach Gaste wurde fertig gestellt sowie die neue Sporthalle in Gaste, die im Februar 1977 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Nach langen Verhandlungen erhielt die Gemeinde Anschluss an das Gasnetz der Stadtwerke Lengerich. Das Anlegen eines geologischen Lehrpfades, die Kennzeichnung eines Rundwanderweges (die SPD erstellte hier aus eigenen Mitteln drei Schutzhütten), die Errichtung weiterer Kinderspielplätze, die Schaffung eines Dorfplatzes (Tomblaine-Platz) sowie der weitere Ausbau der Schulen bildeten die Schwerpunkte der Ratsarbeit.

In der Jahreshauptversammlung 1982 legte Gerd Köpke sein Amt nieder. Manfred Buchholz wurde sein Nachfolger. Nach 10 Jahren (1992) löste ihn Jürgen Knuth ab. Er übernahm die nächsten vier Jahre den Vorsitz des SPD-Ortsvereins. In diese Zeit fiel auch die hitzige und zum Teil mit äußerst unfairen Mitteln geführte Diskussion Für und Wieder einer Raumordnungs-Studie hinsichtlich eines GVZ-Standortes im Osnabrücker Raum. Hier war auch Hasbergen als eine der Möglichkeiten genannt worden.

In Bonn ging die Koalition aus SPD und FDP zu Ende und schwierige Wahlkämpfe zur Landtags- und Bundestagswahl 1983 mussten organisiert werden. Mit 47,5% fiel das Ergebnis in Hasbergen noch überdurchschnittlich gut aus. Bei der Landtagswahl konnte sich die SPD in Hasbergen noch knapp vor der CDU behaupten. Die Kommunalwahl am 27.09.1981 brachte der SPD durch die Hasberger Bevölkerung wieder ein sehr gutes Ergebnis. Von 25 Ratsmitgliedern stellte die SPD 13 Mandatsträger und behielt somit die absolute Mehrheit. Die bundesweit eingetretene Wirtschaftskrise ging an unserer Kommune ebenfalls nicht vorbei.

Die Baulandpreise stiegen in den letzten Jahren in Hasbergen erheblich an. Um die Baulandspekulation einzuschränken, wurde besonders von der SPD-Fraktion der Ankauf von Bauland durch die Gemeinde Hasbergen gefordert. So konnte die Gemeinde dann zu verträglichen Preisen an die Bauinteressierten erschlossene Grundstücke verkaufen. Besonders schwierig und sehr gegensätzlich war die Diskussion um den Erhalt und die Restauration des Bahnhofs Wulfskotten. Nach langen Verhandlungen und Gesprächen fand sich ein finanzstarkes Unternehmen, das dem schönen alten Bahnhof aus dem letzten Jahrhundert zu neuem Glanz verhalf.

Eine unendliche Geschichte ist und bleibt die Verlegung bzw. der Ausbau der L 89 mit einem Rad- und Fußgängerweg entlang der stark befahrenen Straße zwischen Hasbergen und Hellern. Seit 25 Jahren bemüht sich besonders die SPD in dieser Angelegenheit. Die Planungen wurden 2001 abgeschlossen. Hoffentlich erfolgt nun 2002 oder 2003 der erste Spatenstich.

Wenn Hasbergen auch eine bevorzugte Stadtrandlage zu Osnabrück hat, so war die öffentliche Verkehrsanbindung doch unzureichend. Die Bürger warteten seit Jahren vergeblich auf den Ausbau und die Erweiterung des öffentlichen Personen Nahverkehrs. Seit dem neuen Jahrtausend fahren nun stündlich die Busse von und nach Osnabrück.

Mitte der achtziger Jahre, während der hohen Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen, wurden die Gemeinde und die Parteien besonders gefordert. Die Bereitstellung geeigneter Jugendräume (Jugendtreff) und die Anstellung eines Jugendpflegers half manchem Gefährdeten über schwierige Klippen hinweg. Anfang 2000 wurde das Jugendzentrum an der Schule eröffnet. Entgegen allen Unkenrufen –geschürt von einigen Lokalpolitikern- entwickelt sich dort eine gute und solide Jugendarbeit.

Besondere Unterstützung fanden die Gemeinde und die SPD in dem Bundestagsabgeordneten A. Emmerlich, der sich immer zur Verfügung stellte. Als A. Emmerlich 1990 die aktive Politik verließ, wurde mit Ernst Schwanhold ein zuverlässiger und reger Nachfolger für unseren Wahlkreis gewählt. Schade für uns, aber für ihn eine ehrenvolle Berufung, wurde Ernst Schwanhold 2001 Wirtschaftsminister in NRW.

 

Es würde hier zu weit führen, all die verdienten SPD-Räte, die sicherlich eine Würdigung verdient hätten, einzeln aufzuführen. Stellvertretend sei hier noch einmal Günter Fischer genannt, der seit 1956 im Rat und von 1970 - 1996 Bürgermeister unserer Gemeinde war. Außerdem war er von 1964 – 1996 Mitglied des Kreistages. Die Gemeinde verlieh ihm die Ehrenbürgerrechte.

Frank Stiller (SPD) wurde sein Nachfolger als ehrenamtlicher Bürgermeister. Im April 1999 wurde er mit einer deutlichen Mehrheit von 56,6% -sein Gegenkandidat von der CDU, Dr. Friedrich Fischer, erhielt 43,4% - zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister Hasbergens gewählt. Im Dezember 1999 übernahm er sein Amt, aufgrund einer Gesetzesänderung nimmt der hauptamtliche Bürgermeister jetzt auch die Aufgaben des Gemeindedirektors war.

Bis dahin waren Kurt Schüttler von 1949 – 1981 und Manfred Steiner von 1981 – 1999 Gemeindedirektoren in Hasbergen. Kurt Schüttler schrieb 1985 nach aufwendigen Recherchen und zeitraubender Fleißarbeit die interessante und lesenswerte Hasberger Chronik. An dieser Stelle sei ihm noch einmal dafür Dank gesagt. Aus ihr sind auch Ausführungen für diese Chronik übernommen worden.

Die früheren Gemeinden Gaste und Ohrbeck benötigten aufgrund ihrer Einwohnerzahl keinen Gemeindedirektor, seine Aufgaben wurden von dem ehrenamtlichen Bürgermeister mit übernommen.

Die SPD Hasbergen feierte im September 1994 in einer eindrucksvollen Veranstaltung ihr 75 jähriges Jubiläum. Der damalige Vorsitzende des Ortsvereins, Jürgen Knuth, konnte im Gasthaus Thies rund 200 Gäste aus lokalen Vereinen und Verbänden begrüßen. In den verschiedenen Grußworten betonten Parteimitglieder aus Ortsvereinen, Landes- und Bundespolitik ihre „leidenschaftliche“ Verbindung zur Sozialdemokratie. Von Leidenschaft und großem inneren Engagement war auch die Festrede des stellvertretenden Bürgermeisters und Innensenators der Hansestadt Bremen Henning Scherf (seit 1995 ist er 1. Bürgermeister Bremens) gekennzeichnet. Manfred Buchholz, der den Ortsverein von 1982 – 1992 führte, trug seine als „roten Faden“ durch die 75 Jahre Hasberger SPD bezeichnete Chronik vor.

Im Januar 1996 trat noch einmal Gerd Köpke als Vorsitzender der SPD an, nachdem sich Jürgen Knuth nicht mehr zur Wahl gestellt hatte.

Im Jahre 1997 konnte in Gaste ein neuer Anbau für die Grundschule feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. Im November 1998 erhielt der Gaster Kindergarten neue Räume.

In diesem Jahr fand auch die Bundestagswahl statt. Noch nie war in der Bundesrepublik ein amtierender Kanzler durch das Volk abgewählt worden, das schaffte die SPD mit Gerhard Schröder. In Hasbergen erreichte die SPD wieder 50%, während die CDU bei rund 34% „hängen“ blieb. Aber nach einem Jahr war die Euphorie wieder verflogen. Profilsüchtige SPD-Führungspolitiker überboten sich mit zum Teil extrem widersprüchlichen Aussagen in den Medien. Eine klare Linie war nicht mehr zu erkennen. Die Quittung kam bei der Europawahl. Die Wähler zeigten kein Interesse mehr. Bei einer Wahlbeteiligung von ca. 45%! in Hasbergen blieb die SPD erstmals seit 1952 bei einer Wahl hinter der CDU zurück. Während diese rund 47% erreichte, kam die SPD nur auf bescheidene 42% der Stimmen. Bei diesem Wahlergebnis kam eindeutig der Frust über das diffuse Bild der Bundes-SPD zum tragen. Die Bundesregierung stabilisierte sich dann aber schnell und begann zügig, den unter 16 Jahren Kohl –Regentschaft aufgehäuften Reformstau abzubauen. Eine weltweite Wirtschaftskrise verzögert inzwischen den optimistisch prognostizierten Abbau der Arbeitslosen, erste Silberstreifen am Horizont lassen aber wieder hoffen.

Der Wahlkampf zur Gemeinderatswahl 2001 war im wesentlichen geprägt durch den Streit um die Ausweisung von Baugebieten und die aus finanziellen Gründen erfolgte Schließung des Freibades. Die SPD Fraktion – in der Freibadfrage gespalten – kam bei der Bevölkerung mit ihren Argumenten nicht an. Es bildete sich zum ersten Mal in unserer Gemeinde eine UWG. Trotz eines gut geführten Wahlkampfes verlor die SPD zwei Ratssitze, die CDU büßte ein Mandat ein, die UWG schickte auf Anhieb einen Vertreter in den Rat, die FDP erhöhte ihre Zahl Ratsmitglieder von eins auf zwei und die Grünen verblieben unverändert bei zwei Ratsmitgliedern.

Damit hat seit 50 Jahren zum ersten Mal in Hasbergen die CDU die Führungsrolle übernommen. Bei einer Wahlbeteiligung von mageren 56,4% konnte die CDU 40,2% (1996:41,3%) erreichen und die SPD rutschte auf 37,5% (1996:44,6%) ab. Dass der Verlust der Gemeinderatsmehrheit „hausgemacht“ war, wird durch das Kreistagswahlergebnis bestätigt. Hier lag die SPD - wenn auch nur geringfügig – mit 40,0% (1996:44,5%)vor der CDU mit 39,5% (1996:40,7%). Renate Lenzing, die 1996 Günter Fischer im Kreistag abgelöst hatte, kam nicht mehr in den Kreistag.

Im Januar 2000 übernahm Hardy Fischer, der Sohn des langjährigen Bürgermeisters, den Vorsitz der Hasberger SPD. 2008 trat Oliver Lowin seine Nachfolge an, da Hardy Fischer sich voll auf seine Aufgabe als Fraktionsvorsitzender konzentrierte. 

Manfred Buchholz beendete 1994 seine Chronik so: Die Sozialdemokraten im Rathaus betrieben immer und gestalten noch heute eine positive und bevölkerungsnahe Gemeindepolitik. Dass dabei zwischendurch die Meinungen auch auseinander gehen, ja gegensätzliche Ansichten und Vorstellungen unter Umständen hart aufeinanderprallen, liegt in der Natur der Sache. Besonders die Wiedervereinigung Deutschlands und die damit verbundene finanzielle Mehrbelastung der Haushalte, machen die wirtschaftliche Lage in den Kommunen fast unerträglich. Das erfordert von der Gemeindeverwaltung vermehrten Einsatz, bessere Sachkenntnisse und größere Verantwortung. Dies alles, das sei abschließend doch erlaubt zu vermerken, wird wohl auch von der nun auf 75 Jahre Bestehen zurückblickenden Sozialdemokratischen Partei Hasbergens und ihren Vertretern in unserer schönen Hüggelgemeinde praktiziert.

Diese Aussage gilt auch noch im Jahre 2011.

Doch nicht nur Politik und Arbeit für die Gemeinde finden im Ortsverein ihren Platz. Auch das gesellige Beisammensein wird gepflegt. So ist die Maifeier in Hasbergen inzwischen zu einem festen Bestandteil im Veranstaltungskalender geworden. Alljährlich findet im Winter ein schon traditionelles Grünkohlessen nach der Jahreshauptversammlung statt. Ebenso ist die SPD mit einem Stand auf dem Hasberger Weihnachtsmarkt vertreten. Ausflüge, besonders durch die AG 60 plus (gegründet 1996) initiiert, sind weitere Bestandteile der Aktivitäten außerhalb der „Tagespolitik“.

Im Februar 2002 ist die Chronik durch einige Daten und Schilderungen –auch für die Zeit vor 1994 – ergänzt und fortgeführt worden. Besonders die fehlenden Angaben über die Ereignisse in Gaste wurden eingearbeitet.

Abschließend noch eine Bemerkung: Mit Ausnahme der Jahre 1948 – 1952 stellte die SPD in Hasbergen (Einzelgemeinde und Einheitsgemeinde) seit Kriegsende 1945 bis 2014 ununterbrochen den Bürgermeister. Im Mai 2014 verlor Frank Stiller das Duell um das Bürgermeisteramt gegen den CDU-Kandidaten Holger Elixmann. Bis 2021 wird der Poitik- und Verwaltungsneuling nun die Geschicke der Gemeinde leiten. Als Fraktion mit der absoluten Mehrheit im Rat und den Ausschüssen wird die SPD aber konsequent ihre erfolgreiche Arbeit für Hasbergen und seine Einwohner fortsetzen, so der Fraktionsvorsitzende kurz nach dem überraschenden Wahlausgang.

In der früheren Gemeinde Gaste amtierte ein SPD Bürgermeister von 1946 bis zum Zusammenschluss mit Hasbergen und Ohrbeck. Lediglich in der früheren Gemeinde Ohrbeck, wo der allseits geachtete Sozialdemokrat Fritz Schirmbeck von 1945 bis zu seinem Tod im Januar 1964 das in dieser Zeit besonders schwierige Amt des Bürgermeisters ausübte, erfolgte die Ablösung bis zum Zusammenschluss 1971 durch einen CDU Bürgermeister (Johannes Kavermann).

Diese Erfolgsbilanz spricht für sich, die Bürgerinnen und Bürger hatten und haben Vertrauen zur SPD.

Zur Vervollständigung und um das Bild noch deutlicher zu machen, gibt es entsprechende Tabellen.