SPD - in Hasbergen zu Hause

Aktuelles

Informative Veranstaltung zum Thema Sicherheit mit kompetenten Referenten stieß auf reges Interesse.


Rund 30 Teilnehmer kamen zu dem Informationsabend in den Ohrbecker Gasthof Schirmbeck-Hunsche. Thema des Abends: Gefühlte und realistische Sicherheit in Hasbergen.


Auf Einladung des SPD-Ortsvereins Hasbergen erläuterte die Leiterin des Polizeikommissariats Georgsmarienhütte, Sinnika Schneider und ihr Kollege, der Präventionsbeauftragte Wilfried Bury die aktuelle Kriminalitätsentwicklung in der Gemeinde und Möglichkeiten der Prävention.

Gleich zu Beginn die beruhigende Nachricht des sehr informativen Abends: Hasbergens Kriminalitätsrate ist in keinster Weise auffällig. Dass der Titel, unter dem die Veranstaltung stand, dennoch seine Berechtigung hatte, sollte sich bei den weiteren Ausführungen der Sicherheitsexperten zeigen. Sachlich und fundiert setzte sich zunächst Polizeioberrätin Schneider in ihrem Vortrag mit den unterschiedlichen Deliktarten im Gemeindegebiet auseinander. Rund 550 in und um Hasbergen herum begangene Straftaten würden jährlich bei der Polizei bearbeitet. 100 davon seien sogenannte Rohheitsdelikte, zu denen, neben Bedrohung und Stalking, auch circa 50 Körperverletzungen zählten, die glücklicherweise zumeist ohne schwere gesundheitliche Folgen blieben. Mit acht von zehn Fällen sei die Aufklärungsquote bei den Rohheitsdelikten erfreulich hoch.

Wenig Delikte bei Jugendlichen

Sehr wenige Delikte seien in Hasbergen im Bereich der Jugendkriminalität zu verzeichnen. Ein mangelndes Problembewusstsein attestierte Schneider allerdings einigen Jugendlichen bei der Internetnutzung. Die unzulässige Verbreitung von Fotos über das Netz sei mittlerweile ein verbreiteter Straftatbestand. Zur Prävention sei es deshalb wichtig, betonte Wilfried Bury, mit den verantwortlichen Eltern der Jugendlichen zusammenzuarbeiten, um unter anderem einen verantwortungsvolleren Umgang mit dem Smartphone zu trainieren.

Als besonderen Problembereich bezeichnete Kommissariatsleiterin Schneider die hohe Zahl der Wohnungseinbrüche. „Das macht uns wirklich Sorgen.“ Dabei sei weniger der materielle Schaden bei einem Einbruch das eigentlich Dramatische, sondern vielmehr das Gefühl der Opfer, sich nach einem Einbruch in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu fühlen. Die Zunahme in diesem Kriminalitätsfeld erfordere stärkere Sicherheitsbemühungen der Bürger, um es Tätern so schwer wie möglich zu machen, so Schneider weiter. Eine hohe Alltagstauglichkeit für die Einbruchsprävention bot die Erläuterung der „10 goldenen Regeln zum Einbruchschutz“, zu denen das konsequente Schließen von Türen und Fenstern bei Abwesenheit ebenso gehört, wie das Unterlassen des Anlegens von Schlüsselverstecken. „Die kennen die Täter nämlich ganz genau“, so Schneider. Eine funktionierende Nachbarschaft kann bei einem Einbruch wichtige Hinweise geben. Eine gesunde Skepsis und Aufmerksamkeit für die Umgebung seien ebenfalls wichtig. „Scheuen sie sich nicht, uns anzurufen, das ist unsere Aufgabe“, betonten die beiden Polizeibeamten.

Zukunft der Polizeistationen

Verschiedene Themenbereiche wurden vom interessierten Publikum auch in der anschließenden Diskussionsrunde angesprochen. Auf die Frage nach der Bestandssicherung kleinerer Polizeistationen wie auch in Hasbergen antwortete Schneider, dass die damit verbundenen Entscheidungen ganz eng mit der finanziellen Situation der Polizei verknüpft sei. Angesichts entsprechender Kürzungen sei die Polizei gefordert, die vorhandenen Kapazitäten richtig einzusetzen. Die Entscheidungen selbst würden aber letztlich in Hannover getroffen.
Hinsichtlich des Unterschieds zwischen gefühlter und realistischer Sicherheit konstatierte Schneider vor allem eine veränderte Berichterstattung, bei der ein Delikt nun auf mehreren medialen Kanälen zugleich wahrgenommen werde, was möglicherweise dessen bedrohliche Wirkung verstärke. Statistisch ließe sich beispielsweise ein Anstieg der Gewaltdelikte nicht belegen, außer im Falle der nachweisbar gestiegenen Gewaltanwendung gegenüber Polizeibeamten. Unter dem Beifall der Teilnehmer bedankte sich anschließend Hasbergens SPD-Vorsitzender Thorsten Antheck bei den beiden Beamten mit zwei Blumensträußen und Hüggelzwergtassen für den informativen Abend.

(mit freundlicher Genehmigung wurden Inhalte des Artikels aus der NOZ vom 5.2.2015 verwendet)