SPD - in Hasbergen zu Hause


Der Kampf um Palästina, ein Konflikt ohne Ende

Auf Einladung der AG-60 Plus Hasbergen standen der Ursprung des Palästinakonfliktes und das Leben der Zivilbevölkerung im besetzen Palästina im Mittelpunkt eines Vortrages von Nazih Musharbash aus Bad-Iburg. Mehr als 50 Zuhörer konnte der 1. Vorsitzender der AG 60 plus, Heiko Dölling, im voll besetzten „Cafe Gute Stube“ begrüßen.  Musharbash, der seine Schulzeit in Bethlehem und Beit Jala in der noch zu Jordanien gehörenden Westbank verbrachte, bereist regelmäßig Länder das Nahen Ostens und insbesondere Jordanien und Palästina.
Zu Beginn seines Vortrages betonte der Referent, dass seine Aussagen jegliche Überprüfung standhalten und dass er bewusst die trostlose Perspektive der direkt benachteiligten Palästinenser schildere. „Der Palästinakonflikt, der seine Ursprünge im Ersten Weltkrieg hatte, sei eine politische Tragödie“, so Musharbash. Die Briten versprachen einst sowohl den Juden in Europa als auch den Arabern einen eigenen Staat. 

Das Leben der Palästinenser habe sich seit der Besetzung der Westbank und des Gazastreifens nach dem Sechstagekrieg durch Israel unter der israelischen Militärverwaltung dramatisch verschlechtert. Obwohl sich sämtliche UN-Resolutionen im Sicherheitsrat, EU-Beschlüsse, die Genfer Konvention und der Europäische Gerichtshof in Den Hag, gegen eine dauerhafte Besetzung und gegen die fortdauernde Kolonialisierung aussprechen, betreibt Israel sowohl Landraub als auch eine bewusste Judaisierung durch Vertreibung von Palästinensern und Ansiedlung von Juden, zumeist rechtsextreme Fundamentalisten.

Das von der UN festgeschriebene Rückkehrrecht für einst geflüchtete und vertriebene Palästinenser wird von Israel torpediert. Paradoxerweise hat Israel sein eigenes „Rückkehrgesetz“ erlassen, das jedem Juden auf der Welt in Israel willkommen heißt, das er das besetzte und beschlagnahmte Land als „von Gott“ versprochenes Land ansieht. Gerade dieser Anspruch, so Musharbash, degradiere Gott zum Makler.

In diesem Zusammenhang kritisierte der Sozialdemokrat die Bundesregierung, die an der Doktrin einer Staatsräson zugunsten Israels festhalte und das Recht der Palästinenser dadurch vernachlässige und ein selbstständiges Palästina auf der international festgelegten Grenze vor 1967 neben Israel ablehne.
Durch diese Politik Israels sind derzeit mehr als 5 Mio. Palästinenser auf der Flucht. Diese sind bei den Vereinten Nationen offiziell als Flüchtlinge anerkannt. Immer noch leben mehr als 1,3 Mio. Palästinenser in Flüchtlingslagern in Palästina, Jordanien, Libanon, auch in Syrien und im Gaza-Streifen.


„Eine mehr als 800 km lange ca. 10 m hohe Mauer, durch die Israelis errichtet, sorgt dafür dass viele Palästinenser ihre Gärten und Felder nicht mehr bestellen können“, so Musharbash. Das bedeutet für viele Armut und Schwierigkeiten sich dem Leben entsprechend zu versorgen.


Musharbash rief dazu auf, sich intensiv mit der Situation in Palästina zu beschäftigen und damit auf die Situation dieser Volksgruppe aufmerksam zu machen.